Fastnacht

Bereits bei Vereinsgründung im Jahre 1964 hatten die Vereins-Väter neben den sportlichen Aktivitäten die Pflege der Geselligkeit im TTC festgeschrieben. Die Umsetzung mit Familienabenden, Wandertagen und Grillfesten genügten alleine nicht. Bereits im Jahre 1968 wurde mit einer Kappensitzung im Gasthof Schäfer das närrische Treiben im TTC geweckt und im Jahr 1969 wurde eine Herrensitzung in der damaligen alten Turnhalle durchgeführt.

Unter heute unvorstellbaren äußeren Bedingungen in der Turnhalle - primitivste sanitäre Anlagen, Kanonenöfen-Heizung im Saal, Wirtschaftsbetrieb mit kärglichster Einrichtung, Null Bühnen-, Licht- und Tontechnik - wurde eine Veranstaltung gezaubert, von der in Ginsheim noch Monate anerkennend gesprochen wurde.

Schon 1970 ergänzte dann eine Sitzung mit Damen die TTC-Saalfassenacht, von den Ginsheimern und vielen Besuchern aus unseren Nachbargemeinden dankend angenommen. Die brachgelegene Saalfassenacht war als kulturelles Standbein im TTC für Ginsheim wieder auferstanden und ist bis heute nicht mehr wegzudenken.

Von Beginn an war das erklärte Ziel im Verein, etwa 50% der Programmpunkte durch Eigenaktive abzudecken. Den Rest der Programminhalte stellten namhafte Akteure aus der Mainzer Fastnachts-Szene.

Im Jahr 1972 verbesserten sich die äußeren Bedingungen durch den Umzug in das neu erbaute Ginsheimer Bürgerhaus um ein Vielfaches. Schon 1973 aber reichte die dortige Kapazität für eine Sitzung mit Damen nicht mehr aus, eine zweite Sitzung mit Damen folgte.

Bis zur heutigen Zeit sind stets ca. 80 TTC-ler in den verschiedensten Bereichen für den Aufbau, die Programmgestaltung, die Sitzungsdurchführungen und den nachfolgenden Abbau eingesetzt. In guter familiärer Gemeinsamkeit mit den „literarisch Aktiven“ führte dieser Umgang untereinander zu einer heute noch vorhandenen guten Gemeinschaft. Die allgemeine Kommerzialisierung unserer Gesellschaft, sowie die älter werdenden Aktiven führten Ende der 80er Jahre zu neuen Überlegungen um die TTC-Fassenacht. Nur durch den Einsatz junger, gewachsener Vereinsmitglieder war die Fortführung der Fassenacht im Verein noch denkbar. Aus diesen Erkenntnissen heraus entstanden die heutigen „Altrheinstromer“, die TTC-Gesangsgruppe „Happy Ends“ mit Integration vereinseigener Musiker und bis zu vier überdurchschnittlich guten eigenen Rednern.

So gelang es dann ab den frühen 90er Jahren das Niveau des Sitzungsprogramms stetig anzuheben. Die Ursprungswurzel „Herrensitzung“ musste zwar nach dem Vereinsjubiläum 1989 aus dem Programm genommen werden - zu sehr wurden Niveau und Besucher vom
allgemeinen Medientrend fassenachtsfeindlich beeinflusst. Dafür aber führten die Niveauverbesserungen bereits im Jahr 2000 zu einer dritten Sitzung mit Damen.

Dieser Trend mit Einbindung der eigenen Jugend setzt sich auch im neuen Jahrtausend fort, und so ist der TTC stolz, dass immer wieder neue engagierte und talentierte Vereinsmitglieder erfolgreich auf der närrischen Rostra aktiv werden.  Weiterhin wurden die Programminhalte bis heute mit namhaften Gastrednern, Gruppen und Balletts ergänzt, wobei unser derzeitiges Ballett „StepTouch“ seine Wurzeln nicht nur beim TV Kostheim, sondern auch beim TTC hat. Im Vordergrund stand seit jeher das Bemühen, mit allen Gast-Aktiven ein gutes, als freund-schaftlich zu bezeichnetes Klima zu pflegen. Dieser Umstand, und nicht zuletzt auch unser tolles Publikum, tragen dazu bei, dass unseren Programmverantwortlichen hin und wieder die Frage von Aktiven gestellt wird: „Ei wann darf ich dann widder emal beim TTC ufftrete?“

Heute haben die TTC-Sitzungen in der Region mit anerkannt guter Qualität eine hohe Resonanz bei den Besuchern nicht nur aus der Mainspitze, sondern auch aus dem Großraum der Mainzer Fassenacht. Nicht komplett ist ein Abend beim TTC ohne die Nachsitzung in der Sektbar, wo unsere Musiker noch einmal live aufspielen und DJ Tobi die Narren mit Party-Hits richtig zum kochen bringt.

Bilder der Fastnachtssitzungen der vergangenen Jahre finden Sie in unserer Bildergalerie.